Nebennierenschwäche: Diese Vitalstoffe können die Nebenniere bei Stress unterstützen

Chronischer Stress kann zu einer Nebennierenschwäche führen: Die Nebenniere produziert nicht mehr ausreichend Stresshormone und als Folge ist man den Herausforderungen des Alltags nicht mehr gewachsen.

Hier erfährst du, welche Vitalstoffe die Nebenniere und die Stressantwort unterstützen können.

Was ist eine Nebennierenschwäche?

Bei den Nebennieren handelt es sich um hormonproduzierende Drüsen, die den Nieren aufliegen. Sie produzieren Hormone, die für die Stressantwort wichtig sind, wie Cortisol, Aldosteron und Adrenalin.

Bei einer Nebennierenschwäche ist die Funktion der Nebennieren gestört und sie produzieren nicht mehr genügend Hormone. Eine Nebennierenschwäche entsteht in der Regel durch chronischen Stress: die Nebennieren erschöpfen.

Woran erkennt man eine Nebennierenschwäche?

Bei einer Nebennierenschwäche reagiert der Körper auf sämtliche Herausforderungen des Lebens nicht mehr richtig. Selbst alltägliche Dinge werden zu einer großen Herausforderung. Eine Nebennierenschwäche äußert sich typischerweise durch Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schwindel, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, geringe Stressresistenz, Depressionen und Schlafstörungen.

In der Schulmedizin ist die Nebennierenschwäche kein anerkanntes Krankheitsbild und es gibt keinen Test, mit dem sich eine Nebennierenschwäche eindeutig nachweisen lässt. Aus diesem Grund ist die Diagnose nicht einfach. Das Level verschiedener Hormone und der Cortisolspiegel im Tagesverlauf geben jedoch wichtige Hinweise auf Nebennierenschwäche. Der Cortisolspiegel ist normalerweise morgens erhöht und sinkt im Laufe des Tages. Bei einer Nebennierenschwäche ist dieses typische Muster nicht mehr erkennbar.

Behandlung einer Nebennierenschwäche

Bei einer Nebennierenschwäche sollten zunächst Stressauslöser identifiziert und so gut wie möglich beseitigt werden.

Darüber hinaus können verschiedene Vitalstoffe die Nebenniere unterstützen und gleichzeitig den Körper resistenter gegen Stress machen.

B-Vitamine

B-Vitamine sind auch als Nervenvitamine bekannt, da sie die Nervenfunktion auf verschiedene Art und Weise unterstützen. Bei chronischem Stress liegen unsere Nerven blank. Leider greifen wir in einer solchen Situation meist nicht zu gesunder Nervennahrung, sondern eher Süßigkeiten und anderen ungesunden Snacks. Diese sind jedoch nicht nur sehr nährstoffarm, sondern entziehen dem Körper noch wichtige Nährstoffe, die er gerade in Stresssituationen so dringend braucht.

  • Vitamin B1 kann den Körper bei der Stressreaktion unterstützen und Cortisolwerte senken.
  • Niacin (Vitamin B3) ist für den Energiestoffwechsel wichtig und unterstützt so die Energieversorgung von Nervenzellen. Außerdem ist es an der Herstellung von Cortisol und Aldosteron beteiligt.
  • Pantothensäure (Vitamin B5) unterstützt die Nebenniere bei der Produktion von Cortisol. Ein Mangel an Vitamin B5 kann daher die Nebenniere schwächen.[1]
  • Vitamin B6 ist für die Herstellung wichtiger Nervenbotenstoffe (Neurotransmitter) wie GABA, Dopamin und Serotonin wichtig.
  • Vitamin B12 kann helfen, die Hormonproduktion zu normalisieren.
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Magnesium

Magnesium kann die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin verringern.[2] Bei Stress ist allerdings der Magnesiumbedarf erhöht, sodass es leicht zu einem Mangel kommt.

Vitamin C

Vitamin C ist an der Herstellung vieler Hormone beteiligt, die für die Stressantwort wichtig sind. Außerdem hilft Vitamin C oxidativen Stress zu verringern, der bei hoher Stressbelastung vermehrt entsteht. Gleichzeitig besteht bei Stress ein erhöhter Bedarf an Vitamin C und das wichtige Vitamin kommt leicht zu kurz.[3]

Vitamin D

Auch Vitamin D ist an der Herstellung von Hormonen beteiligt, wie z. B. dem Glückshormon Serotonin.  Ein Mangel an Vitamin D ist mit Depressionen und Angstzuständen assoziiert.[4] Vitamin D hilft also vermutlich dabei, bei Stress die Stimmung zu heben. 

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind bei Stress besonders wertvoll. Sie sind Bestandteil von Nervenzellmembranen und sind somit für die Funktion und Gesundheit von Nervenzellen von großer Bedeutung. Außerdem gibt es hinweise darauf, dass sie bei Depressionen helfen können und für die Stimmung wichtig sind.[5]

Tryptophan

Bei Tryptophan handelt es sich um eine Aminosäure, also einem Proteinbaustein. Tryptophan gehört zu den seltensten Aminosäuren und kommt daher in der Ernährung leicht zu kurz. Die Aminosäure bildet eine Vorstufe des Glückshormons Serotonin. Es ist daher für die Stimmung wichtig und sorgt vermutlich dafür, dass man psychischen Belastungen, die durch Stress entstehen, besser standhalten kann.[6]

Fazit: Vitalstoffe können die Nebenniere effektiv unterstützen

Eine Nebennierenschwäche entsteht in der Regel durch chronischen Stress. Verschiedene Vitalstoffe wie Magnesium, Vitamin D, Vitamin C, Omega-3 Fettsäuren, B-Vitamine und Tryptophan können die Stressantwort unterstützen und den Körper resistenter gegen Stress machen. Gleichzeitig erhöht Stress den Bedarf einiger dieser Vitalstoffe, sodass sie bei chronischem Stress leicht zu kurz kommen.

 

[1] https://www.jstage.jst.go.jp/article/bpb/31/6/31_6_1205/_pdf/-char/en

[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5452159/

[3] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11862365/

[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29649128/

[5] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23390041/

[6] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11862365/