HPU – die unterschätzte Stoffwechselstörung

HPU ist eine weit verbreitete Stoffwechselstörung, von der leider viele Ärzte, Therapeuten und Heilpraktiker wenig wissen.

Die Diagnose von HPU ist die größte Hürde. Denn sobald HPU als Ursache der Beschwerden bestätigt ist, lässt sich HPU mit einfachen Mitteln sehr gut behandeln.

Hier erfährst du, was HPU ist, wodurch es verursacht wird und wie eine erfolgreiche Therapie aussieht.

Was ist HPU?

HPU steht für Hämopyrrollaktamurie und es handelt sich um eine weit verbreitete Stoffwechselstörung.

Kurz gesagt kommt es bei HPU zu Problemen in der Herstellung von Häm. Häm bildet das Zentrum von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff. Häm bindet Sauerstoff und ist für die Sauerstoffversorgung zuständig.

Bei Menschen mit HPU wird neben dem normalen, funktionsfähigen Häm auch ein fehlerhaftes Häm gebildet, das sogenannte Hydroxyhämopyrrol-2-1. Dieses fehlerhafte Häm muss über den Urin ausgeschieden werden, wofür der Körper Vitamin B6, Zink und auch etwas Mangan benötigt. Dadurch haben Menschen mit HPU einen erhöhten Bedarf an diesen Nährstoffen und es kommt leicht zu einem Mangel.

Schätzungsweise 10% der Frauen und 1% der Männer sind von HPU betroffen.[1]

HPU Ursachen

Da HPU familiär gehäuft auftritt, geht man stark davon aus, dass diese Stoffwechselstörung genetisch bedingt ist.

Es wird vermutet, dass es auch erworbene Formen gibt; dass also HPU auch durch bestimmte Umweltfaktoren ausgelöst oder verstärkt werden kann.

HWS-Trauma

Laut des Mitochondrien-Experten Dr. Budo Kuklinski gibt es einen Zusammenhang zwischen einem Halswirbelsäulentrauma (HWS-Trauma) und Pyrrolausscheidung. Dr. Kuklinski konnte auch zeigen, dass Menschen mit HWS-Trauma oft einen Mangel an Zink und Vitamin B6 aufweisen.

Bei Verletzungen der Halswirbelsäule wird Stickstoffmonoxid (NO) in hohen Konzentrationen gebildet. Große Mengen NO schädigen die Mitochondrien (die Kraftwerke unserer Zelle). Dadurch soll die Energiegewinnung der Mitochondrien beeinträchtigt und die Häm-Bildung gestört werden.[2]

Schwermetallbelastung

Es scheint einen Zusammenhang zwischen HPU und hoher Schwermetallbelastung zu geben, aber es ist nicht eindeutig geklärt, wie Schwermetalle HPU begünstigen können. Es ist bekannt, dass Schwermetalle Gen- und Enzymdefekte auslösen können. Es ist also denkbar, dass Schwermetalle Enzyme schädigen, die an der Häm-Bildung beteiligt sind und so HPU auslösen.

Menschen mit HPU haben auch oft Probleme, Schwermetalle zu entgiften. Und eine hohe Schwermetallbelastung belastet das Entgiftungssystem zusätzlich.[3]

HPU Symptome

HPU schädigt den Körper auf zweierlei Weise:

  • Führt zu einem Mangel an essenziellen Nährstoffen

Um das fehlerhafte Häm zu entgiften, braucht der Körper Vitamin B6, Zink und Mangan. Dadurch kommt es leicht zu einem Mangel an diesen Nährstoffen. Diese Nährstoffe sind jedoch für den Körper sehr wichtig. Ist er damit nicht ausreichend versorgt, kommt es früher oder später zu gesundheitlichen Problemen.

  • Es erhöht die Giftbelastung

Dadurch, dass bei Menschen mit HPU Nährstoffe zu kurz kommen, die sie für die Entgiftung benötigen, haben sie oft Probleme mit einer effektiven Ausscheidung von Giftstoffen. Dadurch kann es zu einer Anhäufung von Giften im Körper kommen, die zu zahlreichen Schäden führen können. Schwermetalle können beispielsweise das Erbgut verändern und die Mitochondrien schädigen.

Folgende Symptome sind bei HPU typisch:

  • Erschöpfung und geringe Belastbarkeit
  • schlechte Stressresistenz
  • Ängstlichkeit
  • Vergesslichkeit und kurzes Kurzzeitgedächtnis
  • hohe Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • fehlende Traumerinnerung
  • stark ausgeprägte Schwangerschaftsübelkeit
  • Blutarmut
  • leichte Unterzuckerung
  • Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Viele dieser Symptome sind unspezifisch, das heißt, dass die viele Ursachen haben können und nicht eindeutig auf HPU zurückzuführen sind. Treten jedoch viele dieser Symptome gemeinsam auf, kann dies ein Hinweis auf HPU sein. Um die Symptome besser einordnen zu können, gibt es einen Online-HPU Fragebogen.

HPU Folgen

HPU scheint auch das Risiko für einige Erkrankungen zu erhöhen. HPU steht im Verdacht, an der Entstehung folgender Erkrankungen beteiligt zu sein:

  • Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Hashimoto-Thyreoiditis
  • ADS/ADHS
  • Neigung zu Suchtverhalten
  • Unfruchtbarkeit
  • psychische Erkrankungen wie Depressionen, Panikattacken und starke Stimmungsschwankungen
  • Migräne
  • Diabetes Typ 2
  • Mitochondriopathien

HPU Test

Das fehlerhafte Häm (Hydroxyhämopyrrol-2-1) wird im Urin ausgeschieden und lässt sich dort nachweisen.

Ein Labor in den Niederlanden bietet HPU-Testkits an. Diese können auf der Webseite bestellt werden: https://www.keac.nl/

Wichtig ist, einige Wochen vor dem Test kein Zink und kein Vitamin B6 zu supplementieren, da dies das Ergebnis verfälschen kann.

HPU Therapieplan

Bei der Therapie von HPU nimmt die Nahrungsergänzung mit Vitamin B6, Zink und Mangan eine zentrale Stellung ein. Stehen dem Körper diese Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung, kann er das fehlerhafte Häm gut entgiften und gleichzeitig fehlen diese Nährstoffe nicht an anderer Stelle. Es gibt auch Kombipräparate, die alle drei Nährstoffe enthalten. Wichtig ist hier darauf zu achten, dass das Präparat aktives Vitamin B6 enthält (Pyridoxal-5-Phosphat), da Menschen mit HPU oft Schwierigkeiten haben, inaktive Formen in aktives Vitamin B6 umzuwandeln.

Neben Vitamin B6, Zink und Mangan können noch weitere Nährstoffe sinnvoll sein.

Ein Vitamin B-Komplex ist ratsam, da B-Vitamine eng zusammenarbeiten.

Magnesium wird für die Aktivierung von B-Vitaminen und für die Energieproduktion benötigt. Ein Magnesiummangel ist weit verbreitet.

Coenzym Q10 ist für den Mitochondrienstoffwechsel wichtig und kann den Energiehaushalt verbessern.

Selen, MSM (oder N-Acetylcystein) und Molybdän können die Entgiftung unterstützen.

Auch Chlorella, Koriander und Bärlauch können die Entgiftung verbessern. Sie binden Giftstoffe, wodurch sie leichter ausgeschieden werden können.

Fazit: Eine gute Nährstoffversorgung ist bei HPU das A und O

Bei HPU wird fehlerhaftes Häm gebildet. Der Körper benötigt Zink, Vitamin B6 und Mangan, um dieses Häm zu entgiften. Menschen mit HPU haben dadurch einen erhöhten Bedarf an diesen drei Nährstoffen. Eine Nahrungsergänzung mit Zink, Vitamin B6 und Mangan kann die Entgiftung des fehlerhaften Häms unterstützen. Gleichzeitig kann dadurch einem Mangel an diesen drei Nährstoffen entgegengewirkt werden.

 

[1] https://www.amazon.de/gp/product/B00Q6K7DHQ/ref=kinw_myk_ro_title

[2] https://www.dr-kuklinski.info/das-hws-trauma/

[3] https://www.baumeister-jesch.de/wp-content/uploads/hpu-englisch-flyer.pdf