Kupfer: Unverzichtbarer Helfer für deinen Körper

Stromkabel, Rohre, Münzen, Kannen und Töpfe - das sind Verwendungen, die einem zuerst in den Kopf kommen, wenn man an Kupfer denkt. Dass dieses Metall aber auch wichtige Funktionen in unserem Körper erfüllt, wissen viele gar nicht. Wir zeigen dir, warum Kupfer so wichtig für deinen Organismus ist.

 

Warum ist Kupfer wichtig?

Als eines der essentiellen Spurenelemente übernimmt Kupfer wichtige Aufgaben im Körper. Beispielsweise ist es für die Aufnahme von Eisen aus dem Darm nötig.[1] Eisen wiederum ist wesentlich für die Bildung von Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport im Blut wichtig ist.

Kupfer schützt als Antioxidans vor freien Radikalen, ist am Aufbau von Haut, Haaren und Knochen beteiligt, wird für den Schutz der Zellmembranen gebraucht und spielt eine Rolle bei der Bildung von Kollagen, Elastin und Melanin. Es ist auch unentbehrlich für die Energiegewinnung der Zellen mit Sauerstoff, der sogenannten Zellatmung.

Du siehst also, Kupfer erfüllt viele wichtige Funktionen in deinem Körper und ist an einer ganzen Reihe wichtiger Prozesse beteiligt.

Aus diesem Grund geht eine Studie davon aus, dass Kupfer auch für eine mögliche Behandlung verschiedener Erkrankungen, einschließlich degenerativer neurologischer Störungen wie z. B. Alzheimer, Parkinson oder der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit in Frage kommt.[2]

 

Kupfer und die Gesundheit

 

Signalübertragung zwischen Nervenzellen

2016 wurde an der University of California, Berkeley, eine Fluoreszenzsonde entwickelt und verwendet, um die Bewegung von Kupfer in und aus Nervenzellen zu verfolgen. Es zeigte sich, dass Kupfer wie eine Bremse oder ein Dimmschalter wirkt, und zwar einer für jede Nervenzelle.[3]

Wenn hohe Mengen an Kupfer in eine Zelle gelangen, scheint dies die Signalgebung des Neurons zu reduzieren. Wenn der Kupferspiegel in dieser Zelle sinkt, wird die Signalisierung wieder aufgenommen.

 

Kardiovaskuläre Gesundheit

Ein niedriger Kupferspiegel wurden mit hohem Cholesterinspiegel und hohem Blutdruck in Verbindung gebracht.[4] Aus diesem Grund vermutet man, dass einige Patienten mit Herzinsuffizienz von kupferhaltigen Präparaten profitieren könnten.

Studien an Tieren deuten auf einen Zusammenhang zwischen niedrigem Kupferspiegel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen hin, allerdings ist es zurzeit noch unklar, ob ein Mangel die gleichen Auswirkungen auf den Menschen haben würde.[5]

 

Osteoporose

Schwerer Kupfermangel scheint mit einer geringeren Knochenmineraldichte und einem höheren Osteoporoserisiko in Zusammenhang zu stehen.[6]

Es sind allerdings weitere Studien nötig, um herauszufinden, wie sich ein marginaler Kupfermangel auf die Knochengesundheit auswirkt und wie eine Supplementierung durch kupferhaltige Ergänzungsmittel bei der Vorbeugung und Behandlung von Osteoporose helfen kann.

 

Immunfunktion

Zu wenig Kupfer kann zu einer Neutropenie führen.[7] Sie gilt als die häufigste Form der Leukopenie, also der Abnahme der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Neutrophile Zellen machen 40-70% der gesamten zirkulierenden Leukozyten aus und stehen an vorderster Front zur Abwehr von Infektionen.

Eine Person mit einem niedrigen Niveau an Neutrophilen hat ein höheres Risiko, an einer Infektionskrankheit zu erkranken.[8]

 

Kollagenproduktion

Kupfer spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Kollagen und Elastin, wichtigen strukturellen Komponenten unseres Körpers.[9] Ohne ausreichend Kupfer kann der Körper beschädigtes Bindegewebe oder das Kollagen, das das Gerüst für die Knochen bildet, nicht ersetzen.

Dies kann zu einer Reihe von Problemen führen, einschließlich Funktionsstörungen der Gelenke, da das Körpergewebe zu zerfallen beginnt.

Forschungen legen nicht nur nahe, dass Kupfer antioxidative Eigenschaften besitzt.[10] Eine gesunde Zufuhr zusammen mit anderen Antioxidantien könnte auch helfen, die Hautalterung zu verhindern.[11]

 

Kupfer und Ernährung

Weil dein Körper nur wenig dieses Spurenelements benötigt, könnte man denken, dass eine ausgewogene Ernährung ausreichen würde. In der wissenschaftlichen Gemeinde herrscht über diesen Punkt allerdings (noch) keine Einigkeit.

Ein Artikel beispielsweise, der im Journal of Trace Elements in Medicine and Biology veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, dass der Gehalt von Kupfer in der westlichen Ernährung seit den 1930er Jahren abgenommen hat.[12]

Deshalb solltest du versuchen, kupferhaltige Lebensmittel in deinen Speiseplan zu integrieren. Neben Schalentieren, Orangen und Leber enthalten z. B. Kartoffeln, Kaffee, Tee, Hülsenfrüchte, grünes Gemüse, Vollkorngetreide, Nüsse oder dunkle Schokolade Kupfer.

 

Kupfermangel

Kupfer fungiert als Katalysator, der die Funktion von Enzymen in nahezu allen Organen bzw. Organsystemen kontrolliert. Es hilft, einen gesunden Stoffwechsel aufrechtzuerhalten, fördert starke und gesunde Knochen und sorgt dafür, dass dein Nervensystem richtig funktioniert. Unter bestimmten Umständen ist der Bedarf an Kupfer erhöht und es kann zu Mangelerscheinungen kommen.

Das ist zum Beispiel der Fall bei:

 

  • einseitiger Ernährung oder strengen Diäten
  • vegetarischer und veganer Ernährung
  • starker sportlicher Betätigung
  • starkem Stress
  • Gabe von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, zum Beispiel Präparaten mit Vitamin C, Eisen und Zink, die die Kupferaufnahme hemmen können
  • Magen-Darm-Erkrankungen, z. B. Zöliakie oder starkem Durchfall
  • Stoffwechselkrankheiten wie Bluthochdruck, Niereninsuffizienz oder Diabetes

 

Gerade Zink, das mit Kupfer um die Absorption im Körper kämpft, kann bei einer Supplementierung oder Überdosierung für Kupfermangel verantwortlich sein.[13] Es empfiehlt sich daher die Einnahme eines hochwertigen Kombi-Präparates, das dies verhindert.

 

Menkes-Syndrom

Diese seltene, angeborene Stoffwechselstörung beeinträchtigt den Kupferstoffwechsel des Gehirns. Sie führt durch den zugrunde liegenden Kupfermangel bereits bei Kleinkindern zu Entwicklungsverzögerungen, Anfällen und progressiver Schwäche.

Bei dieser Störung nimmt der Körper zwar Kupfer aus der Nahrung auf, er gibt es jedoch nicht an den Blutkreislauf ab. Dadurch kommt zu wenig von diesem wichtigen Spurenelement an. Stattdessen wird das Kupfer in den Nieren und im Dünndarm abgelagert. Dies kann zu Wachstumsstörungen und neurologischen Entwicklungsverzögerungen bei Säuglingen ab einem Alter von etwa 6 bis 8 Wochen führen. Ein Kind mit dieser Krankheit überlebt möglicherweise nicht bis zum Alter von 3 Jahren.

Eine klinische Studie ergab, dass die Behandlung von Säuglingen vor Beginn der Symptome dazu beitragen kann, den neurologischen Verfall zu verbessern und die Krankheit abzumildern.[14]

 

Wenn du zu viel Kupfer einnimmst

Hast du einmalig zu viel Kupfer zu dir genommen, quittiert das dein Körper in der Regel mit Erbrechen und Magen-Darm-Beschwerden ohne Langzeitfolgen.

Nimmst du allerdings über einen längeren Zeitraum eine zu hohe Dosis zu dir, kann dies gesundheitliche Folgen haben, wie z. B.

 

  • Leber- und Nierenschäden bis hin zum Versagen der Organe
  • Symptomen mit Steifigkeit, Zittern und Sprachstörungen
  • einer Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen) oder Anämie
  • chronischer Hepatitis, Leberzirrhose
  • Kreislaufversagen bis zum Schock und Koma
  • geistiger Behinderung und Verhaltensauffälligkeiten
  • Gehirnschäden
  • Depressionen

 

Aus diesem Grund solltest du die Einnahmeempfehlungen auf den Verpackungen keinesfalls überschreiten.

 

Kupfer - Wichtiger als du vermutet hast

Kupfer spielt eine wichtige Rolle bei der Erhaltung deiner Gesundheit. Es ist an einer ganzen Reihe wichtiger Prozesse in deinem Körper beteiligt.

Zwar ist eine ausgewogene Ernährung der beste Garant für einen harmonischen Kupferhaushalt des Körpers, allerdings legen Studien nahe, dass es in der westlichen Welt nicht selten zu Mangelerscheinungen kommt.

Noch dazu können bestimmte Erkrankungen einen Kupfermangel begünstigen.

 

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15284382/

[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19626597/

[3] https://vcresearch.berkeley.edu/news/profile/chris_chang

[4] https://academic.oup.com/eurheartj/article/27/1/117/608121

[5] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9439530/

[6] https://lpi.oregonstate.edu/mic/minerals/copper

[7] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22080848/

[8] https://lpi.oregonstate.edu/mic/minerals/copper

[9] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6110524/

[10] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15559027/

[11] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2685276/

[12] https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0946672X11002355

[13] https://jcp.bmj.com/content/68/9/723

[14] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10453199/