Astaxanthin: Starkes Antioxidans aus Algen

Dein Körper hat jeden Tag mit Erregern, Krankheiten und Angriffen von innen und außen zu kämpfen. Damit er diesen Kampf nicht verliert, benötigt er Stoffe, die ihm helfen, stark und resistent zu bleiben. Antioxidantien sind solche Stoffe. Sie unterstützen deinen Organismus vor allem im Kampf gegen freie Radikale.

Mit an vorderster Front steht Astaxanthin - ein Algenfarbstoff. Wir haben ihn uns für dich näher angesehen und erklären dir, was es mit ihm auf sich hat und wie er deine Gesundheit unterstützen kann.

Was ist Astaxanthin eigentlich?

Chemisch gesehen gehört Astaxanthin zu der Xanthophyll-Klasse der Carotinoide. Das ist eine Gruppe natürlicher Substanzen, die Pflanzen, z.B. Paprika und Tomaten, ihre typische Färbung geben. Aber auch in tierischen Organismen ist Astaxanthin zu finden: In der Natur verleiht es Krebsen oder Lachsen ihre charakteristische rosarote Färbung.

Weil es mit den Carotinoiden β-Carotin, Zeaxanthin und Lutein verwandt ist, teilt es einige der physiologischen und metabolischen Funktionen, die ihnen zugeschrieben werden.[1] [2] Es kann daher auch als Adjuvans und zur Prophylaxe bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt werden.

Das aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis gewonnene, natürliche Astaxanthin hat mit das höchste antioxidative Potential. Aber im Gegensatz zu anderen Antioxidantien und Carotinoiden wie β-Carotin oder Lycopin soll Astaxanthin die Blut-Retina-Schranke überwinden können und deshalb bei Entzündungen am Auge unterstützend wirken[3].

Entschlüsselt wurde die Struktur dieses Carotinoids 1975 vom britischen Forscher Prof. Basil Weedon. In der EU ist Astaxanthin nicht als Medikament, sondern als Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittelfarbstoff (E161) zugelassen.

Drei Sätze zu Carotinoiden

Carotinoide werden in die Gruppen Carotine und Xanthophylle aufgeteilt. Zu der Gruppe der Carotine gehört z.B. das in Karotten enthaltene β-Carotin oder das in Tomaten vorkommende Lycopin. In die Gruppe der Xanthophylle gehören beispielsweise Lutein und das im Spinat vorkommende Zeaxanthin, genauso wie Astaxanthin.

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Antioxidantien – Die Fänger freier Radikale

Immer wieder stolpert man über den Begriff „Antioxidans“. Aber was verbirgt sich genau dahinter?

Wie der Name schon sagt, verhindern sie Oxidationen. Bei diesen Oxidationsprozessen entstehen freie Radikale. Das sind sehr aggressive und reaktive, sauerstoffhaltige Moleküle, Atome oder Ionen, mit einem ungepaarten Elektron, wie beispielsweise das Hydroxyl-Radikal.

Freie Radikale entstehen im Körper durch endogene Faktoren, wie z.B. Überlastungen in den Verbrennungsprozessen der Mitochondrien, oder exogene Faktoren. Darunter fallen unter anderem das Rauchen, Umweltgifte, UV-Strahlung oder Hitzeeinwirkung.

Da ihnen ein Elektron fehlt, entreißen sie einem anderen Molekül Elektronen. Im Kontakt mit Körperzellen besorgen sie sich dann das fehlende Elektron und versetzen dadurch biologisches Gewebe in oxidativen Stress. Als Initiator können sie eine Kettenreaktion auslösen, die Gewebe, Zellen und Moleküle entweder schädigt oder sogar ganz zerstört. Denn durch das fehlende Elektron wird nun der Reaktionspartner selbst zum freien Radikal und macht sich seinerseits auf die Suche.

Antioxidantien dienen als Schutz gegen freie Radikale. Beispiele für weitere Antioxidantien sind Selen, Zink und die Vitamine C, E und B2, die dazu beitragen, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Pharmakologische und klinische Eigenschaften von Astaxanthin

In pharmakologischen Studien und In-vitro-Untersuchungen gab es Hinweise auf entzündungshemmende Eigenschaften von Astaxanthin[4]. Diese gelten auch für das Auge. Dort wurden nicht nur die gerade erwähnten entzündungshemmenden Eigenschaften festgestellt[5], auch die Akkommodation, die Anpassung der Brechkraft der Augenlinse auf unterschiedlich weit entfernte Objekte, wurde verbessert[6].

Andere Studien zeigten auch bei degenerativen Erkrankungen wie Arthrose und Arthritis Hinweise auf die Wirksamkeit in der unterstützenden Behandlung dieses starken Antioxidans.[7].

Die positiven Resultate dieser Forschungen deuten darauf hin, dass Astaxanthin medizinische Bedeutung erlangen könnte. Allerdings sind weitere Studien nötig, um die Bandbreite und Tiefe der Wirksamkeit auszuloten.

Astaxanthin in der Anwendung

Eine 2010 publizierte, Placebo-kontrollierte und randomisierte Doppelblindstudie untersuchte die Wirksamkeit von Astaxanthin auf den oxidativen Stress, das Immunsystem und die Entzündungsprozesse bei jungen Frauen. Das Ergebnis zeigte, dass Astaxanthin gewebeschädigende Akut-Phase-Proteine und DNA-schädigende Biomarker vermindern kann[8]. Dazu stärkte es die humoral-bedingte und zellgesteuerte Immunantwort bei diesen gesunden, jungen Frauen.

Als fettlöslicher Wirkstoff entfaltet Astaxanthin seine Wirksamkeit in den Lipiden Bereichen des Körpers. Es schützt die Innen- und Außenseite der Zellmembran vor den Schäden freier Radikale, weil es sich durch die gesamte Lipid-Doppelschicht der Membranen in den Zellen erstreckt.

Allerdings ist die Aufnahme von Astaxanthin im Darm, wie auch die Aufnahme verwandter Carotinoide, oftmals nicht hoch. Das liegt daran, dass diese Stoffe sehr schlecht wasserlöslich sind. Deshalb sollten sie am besten in Verbindung mit Fett eingenommen werden.

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Wobei kann Astaxanthin unterstützen?

Astaxanthin ist kein Wundermittel. Allerdings zeigte es in verschiedenen Studien, dass es einen wertvollen Beitrag zur Gesunderhaltung des Körpers leisten kann. Weitere Forschung wird zeigen, inwieweit Astaxanthin im medizinischen Bereich einsetzbar ist. Hier ein paar Beispiele, in denen dieses Carotinoid bereits sein Potential gezeigt hat:

  • UV-Licht und Hitzeeinwirkung sind zwei Faktoren, die die Bildung freier Radikale ankurbeln. Als Antioxidans kann Astaxanthin deine Haut beim Schutz vor den schädlichen Folgen der Strahlung unterstützen[9].
  • Antioxidantien sollen die Sehkraft stärken. Die Einnahme von Astaxanthin kann hier unter Umständen unterstützend bei der Vorbeugung einer altersabhängigen Makuladegeneration wirken[10].
  • Studien haben auch gezeigt, dass Kraftausdauer, sportliche Leistungsfähigkeit und eine schnellere Regeneration durch die Einnahme von Astaxanthin gefördert werden.[11] Der durch Bewegung ausgelöste Stress wurde deutlich reduziert, Muskel- und Gelenkbeschwerden sowie Ermüdungserscheinungen abgemildert.
  • Eine weitere Doppelblindstudie befasste sich mit der Steigerung der Kraftausdauer an einer Kniebeugemaschine über die Dauer von sechs Monaten. Die Gruppe der Probanden, die 4 mg Astaxanthin am Tag erhielten, steigerten ihre Wiederholungszahl gegenüber der Placebogruppe um das Dreifache[12].
  • Weil auch Spermien von oxidativem Stress bedroht werden, ist der Einsatz von Antioxidantien eine Möglichkeit zur Unterstützung bei der Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit. In einer Placebo-kontrollierten Studie an 20 Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch aufgrund schlechter Spermienqualität, zeigte sich am Ende, dass Geschwindigkeit, Morphologie und Beweglichkeit der Spermien zugenommen hatten, während die Oxidationsaktivität im gleichen Zeitraum sank[13].

Es lässt sich sagen, dass überall dort, wo Antioxidantien eine Rolle für die Gesundheit spielen, der Einsatz von Astaxanthin eine gute Wahl ist.

Gibt es Nebenwirkungen?

Bisher sind keine Nebenwirkungen bekannt, wenn man die Verpackungsempfehlung bei der Einnahme von Astaxanthin beachtet. Allerdings sollten Menschen, die unter Allergien auf Krustentiere leiden, im Vorfeld abklären, woher das Astaxanthin im Präparat stammt. So lassen sich allergische Reaktionen auf alle Fälle vermeiden, falls tatsächlich Spuren davon vorhanden sind.

Auch als Krebspatient während einer Tumortherapie sollte man die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln genau mit dem behandelnden Arzt absprechen.

In Studien zeigte Astaxanthin einen Effekt auf die Leberenzyme. Bei der Einnahme kann es zu einem Anstieg der arzneimittelabbauenden Cytochrom P450-Enzyme kommen[14]. Dadurch werden bestimmte Medikamente schneller zerlegt, was ihr Wirkungsweise unter Umständen beeinflussen kann.

Momentan sind noch weitere Studien nötig, um genauere Empfehlungen zu Nebenwirkungen geben zu können.

Einnahme und Dosierung

Experten halten eine tägliche Dosis von 4 mg Astaxanthin pro Tag als sichere Verzehrmenge. Das ist in etwa die Menge, die sich in einer handelsüblichen Kapsel findet. Wie erwähnt, ist der Wirkstoff sehr gut fettlöslich. Um die Aufnahme im Darm zu verbessern, solltest du bei der Einnahme zusätzlich ein fetthaltiges Nahrungsmittel konsumieren.

Das Astaxanthin von Viktilabs ist in nativem Olivenöl gelöst, wodurch die Aufnahme ebenfalls erhöht wird. Außerdem enthält es Vitamin E, was ebenfalls eine antioxidative Wirkung hat.

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Fazit: Astaxanthin ist ein vielversprechendes Antioxidans

Viele Studien zeigen, dass Astaxanthin bei der Bekämpfung freier Radikale helfen kann. Weitere Forschung ist notwendig, um zu verstehen, inwieweit sich dadurch Krankheiten vorbeugen und behandeln lassen.

Viele Lebensmittel enthalten antioxidative Substanzen. Bei erhöhtem oxidativem Stress sind diese jedoch nicht unbedingt ausreichend, um freie Radikale in Schach zu halten. Starke Antioxidantien wie Astaxanthin können dazu beitragen, oxidativen Stress zu verringern.

Wenn du Astaxanthin supplementierst, solltest du zu einem hochwertigen Präparat greifen, dass aus einem deutschen Labor stammt und keine Süßungsmittel, künstliche Zusatzstoffe und Trennmittel wie Magnesiumstearat enthält.

 

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12727382/

[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16562856/

[3] https://patents.google.com/patent/US5527533A/en

[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2084711/

[5] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12766075/

[6] https://jglobal.jst.go.jp/en/detail?JGLOBAL_ID=200902273278006725

[7] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12727382/

[8] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20205737/

[9] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5946307/

[10] https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/fullarticle/1788227

[11] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5778137/

[12] https://www.alifenutrition.cz/userfiles/dietary-supplementation-with-astaxanthin-rich-algal-meal-improves-strength-endurance.pdf

[13] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20860632/

[14] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23669408/