Grapefruitkernextrakt: Wundermittel aus der Grapefruit?

Grapefruitkernextrakt (GKE) werden viele positive Wirkungen nachgesagt. Allerdings sind nicht alle wissenschaftlich gut belegt. Damit du dir ein besseres Bild von GKE machen kannst, haben wir hier die Fakten im Zusammenhang mit seiner Verwendung für dich zusammengetragen.

Was ist Grapefruitkernextrakt eigentlich?

Wie der Name schon sagt, ist Grapefruitkernextrakt ein Stoff, der häufig mittels Glycerin aus den zermahlenen Kernen und Fruchtschalen der Grapefruit destilliert wird.

Seine Wirkung wurde in den 1960er-Jahren in Florida -dem „Herzen des Grapefruit Landes“- vom Mediziner Dr. Jakob Harich entdeckt. Der leidenschaftliche Hobbygärtner stellte mit Erstaunen fest, dass die Kerne der Grapefruits auf seinem Komposthaufen nicht verrotteten. Als Immunbiologe war sein Interesse geweckt und er ging diesem Phänomen nach. Das führte zu einem noch heute angewendeten und patentierten Herstellungsverfahren.

GKE enthält viele ätherische Öle, die eine Vielzahl gesundheitlicher Vorteile bieten. Die wahre Power aber steckt nach Ansicht vieler in den enthaltenen sekundären Pflanzenwirkstoffen, allen voran in den Bioflavonoiden und Phenolen. Das enthaltene Naringin besitzt zum Beispiel starke antioxidative und lipidsenkende Wirkungen und ist für den bitteren Geschmack der Frucht verantwortlich. Auch andere Stoffe wie z.B. das Flavonoid Kaempferol oder das auch zu den Polyphenolen zählende Quercetin, sind Gegenstand intensiver Forschung. Ihnen werden weitreichende, physiologisch positive Effekte zugesprochen.

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Flavonoide – Eine kurze Erklärung

Flavonoide sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zur Gruppe der Polyphenole zählen. Zurzeit sind rund 8000 verschiedene Substanzen als Flavonoide bekannt. Ihnen werden antioxidative Eigenschaften zugeschrieben. Das ist ein Grund mit, warum viele flavonoidhaltige Pflanzen für medizinische Zwecke genutzt werden, zum Beispiel bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer oder verschiedenen Krebsarten.

Zu finden sind sie in vielen Obstsorten wie z.B. Äpfeln, Beeren, Pflaumen und Kirschen. Aber auch Gemüsesorten wie Zwiebeln, Grünkohl und Auberginen sind reich an diesen Substanzen, genauso wie Rotwein, Kakao und schwarzer oder grüner Tee.

Hier soll Grapefruitkernextrakt unterstützen können

GKE ist aufgrund seiner Bestandteile ein sehr starkes Antioxidans und Fänger freier Radikale im Körper. Diverse Forschungsergebnisse legen nahe, dass er bei der Bekämpfung verschiedener Krankheiten erfolgreich unterstützen könnte.

GKE enthält starke antibakterielle Stoffe

Grapefruitkernextrakt enthält potente Verbindungen, die mehr als 60 Arten von Bakterien und Hefen abtöten können.[1] Es vernichtet Bakterien, indem es ihre äußeren Membranen durchlöchert und aufbricht, so dass sie nach nur 15 Minuten aufplatzen.[2]

Hefezellen werden bekämpft, indem das Extrakt den Zustand der Apoptose verursacht, einen Prozess, bei dem sich die Zellen selbst zerstören.[3]

In-vitro-Studien haben gezeigt, dass es sogar genauso wirksam sein kann wie einige häufig verschriebene topische antimykotische und antibakterielle Medikamente, zum Beispiel Nystatin.[4]

Da die meisten der durchgeführten Studien Reagenzglas- oder In-vitro-Studien waren, müssen die Ergebnisse beim Menschen im Rahmen der Forschung noch repliziert werden.

Wirksamkeit bei Pilzinfektionen wird untersucht

GKE zeigt vielversprechende antibakterielle und antifungale Eigenschaften.

Studien haben gezeigt, dass GKE das Wachstum von häufig vorkommenden Bakterien wie Campylobacter und Escherichia coli hemmt, die beide oft für schwere Lebensmittelvergiftungen und Bauchschmerzen verantwortlich sind.[5]

2005 verglichen Wissenschaftler in Kalifornien die Wirkung von probiotischen Bakterien, Teebaumöl, Knoblauch und GKE auf Candida albicans, einen Hefepilz.[6] Dabei schnitt der Grapefruitkernextrakt bei der Bekämpfung des Pilzes am besten ab.

In einer weiteren Studie wurde Mäusen mit vaginaler Candidiasis 8 Tage lang alle 2 Tage eine intravaginale GKE-Lösung verabreicht. Die Infektion war nach 5 Tagen gehemmt und nach 8 Tagen verschwunden.[7]

Momentan sind noch keine Studien zur Wirkungsweise von GKE zur Behandlung von Infektionen beim Menschen verfügbar.

GKE könnte die Gefahr koronarer Erkrankungen senken

Als Hauptrisikofaktoren für Herzkrankheiten gelten allgemeinhin zu hoher Cholesterinspiegel, starkes Übergewicht und Diabetes. Tierversuche deuten darauf hin, dass GKE diese Risikofaktoren reduziert und damit auch die Gefahr von Herzerkrankungen senkt.

Ratten, die 31 Tage lang täglich GKE erhielten, hatten signifikant niedrigere Blutzucker- und Cholesterinwerte und wogen weniger als Ratten, die das Ergänzungsmittel nicht erhielten.[8]

Eine andere Studie fand heraus, dass Grapefruitkernextrakt bei der Senkung des Blutzuckerspiegels von Ratten mit Diabetes genauso wirksam war wie das Medikament Metformin.[9]

Studien zu ähnlichen Ergebnissen beim Menschen stehen zurzeit noch aus.

Der Extrakt könnte den Blutdruck senken und die Durchblutung anregen

Grapefruitkernextrakt lies in verschiedenen Studien blutdrucksenkende und -verdünnende Eigenschaften vermuten.

Eine Studie mit 29, an Bluthochdruck leidenden Erwachsenen zeigte, dass die Einnahme von 300 mg GKE täglich den systolischen Blutdruck um 5,6 % und den diastolischen Blutdruck um 4,7 % nach 6 Wochen senken konnte.[10]

In einer 8-wöchigen Studie mit 17 gesunden, postmenopausalen Frauen hatte die Einnahme von 400 mg GKE blutverdünnende Effekte, die möglicherweise das Risiko von Blutgerinnseln verringerten.[11]

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Eine weitere Studie mit 8 gesunden jungen Frauen hat die Auswirkungen einer einmaligen Dosis von 400 mg Proanthocyanidin aus GKE, unmittelbar gefolgt von 6 Stunden Sitzen, bewertet. Sie zeigte im Vergleich zur Kontrollgruppe, dass die Schwellungen und Ödeme in den Beinen um 70 % zurückgingen.

Grapefruitkernextrakt und oxidativer Stress

Ein bekannter Risikofaktor für Erkrankungen am Herzen ist ein erhöhter Spiegel des LDL-Cholesterins. Zusätzlich erhöht seine Oxidation dieses Risiko erheblich und spielt auch eine zentrale Rolle bei der Arteriosklerose, also der Ablagerung von fetthaltigen Plaques in den Arterien.[12]

In mehreren Tierstudien wurde festgestellt, dass GKE-Supplements die durch fettreiche Ernährung ausgelöste LDL-Oxidation reduzieren können.[13] Untersuchungen am Menschen wiesen in die gleiche Richtung.[14]

In einer anderen Studie mit 87 Personen, die sich einer Herzoperation unterziehen mussten, wurde festgestellt, dass die Einnahme von 400 mg GKE am Tag vor der Operation den oxidativen Stress signifikant reduzierte. Daher könnte Grapefruitkernextrakt vor weiteren Herzschäden schützen.[15]

Mögliche Verbesserung der Knochendichte

Ein erhöhter Flavonoidkonsum kann die Kollagensynthese und die Knochenbildung verbessern. Als reiche Quelle an Flavonoiden könnte GKE daher helfen, die Knochendichte und -festigkeit zu erhöhen.

In Tierstudien zeigte sich, dass die Gabe von GKE zusätzlich zu einer kalziumarmen, normalen oder kalziumreichen Ernährung die Knochendichte, den Mineralgehalt und die Knochenfestigkeit erhöhen konnte.[16]

Grapefruitkernextrakt reduzierte auch signifikant Schmerzen, Knochensporne und Gelenkschäden bei osteoarthritischen Mäusen, indem es die Kollagenwerte verbesserte und den Knorpelverlust reduzierte.[17]

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Auch hier fehlen, trotz vielversprechender Ergebnisse, weitere Studien am Menschen.

Es könnte die Magenschleimhaut schützen und bei Harnwegsinfekten helfen

Der Extrakt der Grapefruitkerne scheint die Magenschleimhaut vor Geschwüren und anderen Läsionen zu schützen, indem es die Durchblutung in diesem Bereich erhöht und Schäden durch freie Radikale verhindert.[18]

Dabei ist er auch in der Lage, das Bakterium Helicobacter pylori abzutöten, von dem angenommen wird, dass es eine der Hauptursachen für Magenentzündungen und Geschwüre ist.[19]

Da Grapefruitkernextrakt so effektiv bei der Abtötung von Bakterien ist, stellt sich die Frage, wie weit es bei der Bekämpfung von Infektionen im menschlichen Körper unterstützen kann.

Eine sehr kleine Studie fand heraus, dass der Verzehr von sechs Grapefruitkernen alle acht Stunden über eine Dauer von zwei Wochen positive Auswirkungen auf den Verlauf von Harnwegsinfektionen bei einigen Menschen hatte.[20]

Auch hier ist mehr Forschungsarbeit nötig.

Grapefruitkernextrakt könnte die Alterung des Gehirns verlangsamen

Es wird angenommen, dass die Kombination aus antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von Flavonoiden das Auftreten von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer verzögert oder reduziert.[21]

Einer der Bestandteile von Grapefruitkernextrakt ist Gallussäure, die in Forschungen die Bildung von Fibrillen durch Beta-Amyloid-Peptide hemmen konnte.[22] Klumpen von Beta-Amyloid-Proteinen im Gehirn sind charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit.

Eine 12-wöchige Studie mit 111 gesunden, älteren Erwachsenen fand heraus, dass die tägliche Einnahme von 150 mg GKE die Aufmerksamkeit, die Sprache und sowohl das unmittelbare als auch das verzögerte Gedächtnis verbesserte.[23]

Weitere Humanstudien sind auch auf diesem Gebiet angezeigt.

Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit Medikamenten

Grundsätzlich ist die Einnahme von Grapefruitkernextrakt in den von den Herstellern empfohlenen Verzehrmengen sicher.

Dosierungen von etwa 300-800 mg pro Tag über einen Zeitraum von 8 bis 16 Wochen haben sich zudem als sicher und gut verträglich für den Menschen erwiesen.[24] Es fehlt aber an weiteren Untersuchungen zu möglichen Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten.

Schwangere und stillende Frauen sollten deshalb entweder auf die Einnahme von Grapefruitkernextrakt verzichten oder vorher ihren Arzt konsultieren.

Auch Menschen, die an einer Blutgerinnungsstörung leiden, sollten die Einnahme von GKE vorher mit dem Arzt abklären. In einer Studie wurde festgestellt, dass Grapefruitkernextrakt-Präparate die Wirkung des blutverdünnenden Medikaments Warfarin verstärkten und übermäßige Blutungen verursachten.[25]

Und natürlich solltest du, falls du an einer bestehenden Allergie gegen Zitrusfrüchte leidest, vorsichtig sein.

Fazit: Grapefruitkernextrakt ist vielversprechend

Vielen Studien legen nahe, dass GKE bei einigen Erkrankungen wie z.B. Herzerkrankungen, oxidativem Stress oder dem Schutz von Gewebe helfen könnte.

Allerdings fehlt nach wie vor fundierte Forschung am Menschen, um die in Tier- und In-vitro-Versuchen erzielten Erkenntnisse sicher übertragen zu können.

Wenn du GKE für dich entdecken willst und herausfinden möchtest, wie es deine Gesundheit unterstützen kann, dann achte unbedingt darauf, ein hochwertiges Präparat zu wählen, das keine unnötigen Inhaltsstoffe enthält und das aus biologisch angebauten Früchten stammt.

 

[1] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12165190/

[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12165191/

[3] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22403727/

[4] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12165190/

[5] https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0956713512002976

[6] https://www.researchgate.net/publication/266275484_COMPARATIVE_ANALYSIS_OF_ANTIFUNGAL_ACTIVITY_OF_NATURAL_REMEDIES_VERSUS_MICONAZOLE_NITRATE_SALT_AGAINST_CANDIDA_ALBICANS

[7] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4017847/

[8] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19062465/

[9] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19391322/

[10] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26568249/

[11] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17950783/

[12] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4258672/

[13] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27847215/

[14] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17616006/

[15] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28074795/

[16] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15693829/

[17] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19446580/

[18] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15800396/

[19] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3957247/

[20] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15865506/

[21] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4288281/

[22] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24157371/

[23] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29163162/

[24] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5370781/

[25] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17468864/